Geflochtene Wände (Azuma Makato)
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Geflochtene Wände (Azuma Makato)

Azuma Makato mit Gottfried Semper denken

 

„Als früheste von Händen produzirte Scheidewand, als den ursprünglichsten vertikalen räumlichen Abschluss den der Mensch erfand, möchten wir den Pferch, den aus Phälen und Zweigen verbundenen und verflochtenen Zaun erkennen, dessen Vollendung eine Technik erfordert, die gleichsam die Natur dem Menschen in die Hand legt. Von dem Flechten der Zweige ist der Uebergang zu dem Flechten des Bastes zu ähnlichen wohnlichen Zwecken leicht und natürlich. Von da kam man auf die Erfindung des Webens, zuerst mit Grashalmen oder natürlichen Pflanzenfasern, hernach mit gesponnenen Fäden aus vegetabilischen oder thierischen Stoffen. Die Verschiedenheiten der natürlichen Farben der Halme veranlassten bald ihre Benützung nach abwechselnder Ordnung und so entstand das Muster. Bald überbot man diese natürlichen Hülfsmittel der Kunst durch künstliche Vorbereitung des Stoffs, das Färben und die Wirkerei der bunten Teppiche zu Wandbekleidung, Fussdecken und Schirmdächern wurde erfunden.”

(Semper, Gottfried: Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten oder praktische Ästhetik. Ein Handbuch für Techniker, Künstler und Kunstfreunde (Band 1, Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst), Frankfurt a. M. 1860, S. 227f.)
Date

18. Dezember 2019